Gottes/Haus


Kultur & Geschichte.

Kaiser und Könige, Pilger, Gläubige und Kulturinteressierte aus aller Welt besuchen seit Jahrhunderten das Gotteshaus im Herzen des Salzkammerguts. Hier sind die kaiserliche Familie und ihre Namenspatrone an den Wänden verewigt, hier hat Kaiser Franz Joseph die Hl. Messe mitgefeiert und Anton Bruckner die großen Feste an der Orgel begleitet.

Bis heute ist die Stadtpfarrkirche nicht nur geistiges sondern auch kulturelles Zentrum. Als Schauplatz des ältesten Volksspiels Oberösterreichs – des über 300 Jahre alten Ischler Krippenspiels, bei Konzerten großer Chöre oder beim Erklingen der historischen „Kaiserjubiläumsorgel“.

Bereits 1320 wird eine erste Ischler Kirche erwähnt. Sie war bedeutend kleiner und erstreckte sich über den heutigen Altarraum. Die Traun war einst eine wichtige Wasserstraße für den Salztransport und so war es nur logisch dass die Kirche dem Patron der Salzschiffer, dem Heiligen Nikolaus geweiht wurde. Weil die alte Kirche für die wachsende Bevölkerung zu klein wurde, wurde sie – heute kaum vorstellbar – abgerissen und mit Unterstützung von Kaiserin Maria Theresia neu erbaut. Nur der schlanke gotische Turm von 1490 blieb erhalten, an dessen Fassade ein römischer Grabstein zu sehen ist der an die frühe Besiedelung der Gegend erinnert. 

Ab den 1820er Jahren wurde Bad Ischl zum vielbesuchten Kur– und Badeort der Hocharistokratie, dadurch fanden sich zahlreiche Spender und Gönner für neue Altäre kunstvolle Wandmalereien im Nazarenerstil und kostbare liturgische Geräte.

 

Sanierung & Neugestaltung.

Gerade heuer, da sich der Geburtstag der großen Gönnerin und „Geburtshelferin“ der Stadtpfarrkirche, Kaiserin Maria Theresia zum 300. Mal jährt, sieht es die Pfarrgemeinde als besonderen Auftrag, die Sanierung und Neugestaltung dieses  Kulturjuwels in Angriff zu nehmen.

Architekt Christian Neureiter kennt das Gotteshaus seit seiner Kindheit und hat gemeinsam mit der Pfarrgemeinde ein schlüssiges Raumkonzept entwickelt, in dem er die Grundordnung der Kirche nicht antastet, jedoch durch die Versetzung des Taufbrunnes in den Eingangsbereich völlig neue Akzente setzt. Durch ein künstlerisch gestaltetes Portal mit Goldoberfläche spannt er den Bogen zum Altarraum auf und holt die feiernde Gemeinde in die Mitte des Geschehens. Mit Altar, Ambo und Priestersitz – gestaltet von Künstlerin Inge Dick – werden langjährige Provisorien ersetzt und durch das Aufgreifen der im Raum vorhandenen Farben fügen sich die neuen Orte harmonisch ins Gesamtbild ein, ohne historisierend zu wirken.

Die technischen Einrichtungen wie Strom, Heizung und Tonanlage sind in die Jahre gekommen und gehören vollkommen erneuert, Schäden an Böden und Fresken mit dramatischen Rissen im Gewölbe werden ausgebessert und die Fenster, Mosaiken und historischen Kaiserstühle sollen wieder in altem Glanz erstrahlen.

 

Sehen Sie hier einen beeindruckenden Film von TreeMedia / Philipp Bruckschlögl über die Stadtpfarrkirche Sankt Nikolaus: